Köln will keine "Homo-Ampeln"

Ein Bürger schlug zum 50. Stonewall-Jubiläum 2019 die Installation gleichgeschlechtlicher Ampelpärchen vor – die CDU-nahe Verkehrsdezernentin lehnte jedoch aus formalen Gründen ab.

Die Stadt Köln hat sich gegen den Vorschlag eines Bürgers ausgesprochen, zum Cologne Pride im kommenden Jahr aus Anlass des 50. Jubiläums des Stonewall-Aufstands rund um den Heumarkt Fußgängerampeln mit gleichgeschlechtlichen Pärchen zu installieren. Dies berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Ablehnung erfolge aus Gründen der Verkehrssicherheit, teilte Verkehrsdezernentin Andrea Blome (CDU-nah) der Bezirksvertretung Innenstadt mit. Die sogenannten Homo-Ampeln entsprächen weder der Straßenverkehrsordnung noch den Richtlinien für Lichtsignalanlagen.

Ausnahmegenehmigungen sind möglich

Tatsächlich heißt es in der Straßenverkehrsordnung: "Im Lichtzeichen für zu Fuß Gehende muss das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden zu Fuß Gehenden zeigen." Abweichungen sind dennoch möglich: Für die in diesem Jahr zum Frankfurter CSD dauerhaften installierten Ampelpärchen erteilte das hessische Verkehrsministerium beispielsweise eine Ausnahmegenehmigung.

Als erste Stadt weltweit hatte Wien 2015 anlässlich der Ausrichtung des Eurovision Song Contests nach dem Sieg von Conchita Wurst gleichgeschlechtliche Ampelpärchen installiert. Die Homo-Ampeln führten zu weltweiter Berichterstattung, was die österreichische Hauptstadt dazu veranlasste, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen.

Die Idee wurde seitdem von zahlreichen Städten in mehreren Ländern übernommen. Viele Kommunen lobten, dass sie so ein Zeichen für Akzeptanz setzen könnten und vergleichsweise kostengünstige PR für ihre Stadt erhalten. LGBTI-Aktivisten begrüßten die Aktion, da dadurch mit einfachen Mitteln die Sichtbarkeit von sexuellen Minderheiten erhöht werde. Zuletzt wurde in der australischen Hauptstadt Canberra der Jahrestag des Eheöffnungs-Beschlusses mit schwul-lesbischen Ampelpärchen gefeiert.

"50 Years of Pride – Viele. Gemeinsam. Stark!"


Das Kölner CSD-Motto für 2019

Die Demoparade zum Kölner CSD findet 2019 am 7. Juli statt. Das Motto "50 Years of Pride – Viele. Gemeinsam. Stark!" wurde am Samstagabend auf dem "Cologne Pride X-MAS Day" auf dem queeren Weihnachtsmarkt Heavenue bekanntgegeben.

Beim Stonewall-Aufstand in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 wehrten sich queere Menschen in der New Yorker Bar "Stonewall Inn" erstmals gegen polizeiliche Willkürmaßnahmen. Dieses Ereignis gilt weltweit als Geburtsstunde der modernen LGBTI-Bewegung. Die deutschen Feier-Tage sind sogar nach der Christopher Street – der Straße, in der diese Aufstände stattfanden – benannt.

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