Neukölln: Schwules Paar homophob beleidigt

Ein 25-Jähriger, der mit seinem Partner am Dienstagnachmittag händehaltend über die Straße lief, wurde aus einer Gruppe heraus angepöbelt.

Ein junger Mann wurde am Dienstag, am ersten Weihnachtsfeiertag, in Berlin-Neuklln aus einer dreikpfigen Personengruppe heraus homophob beleidigt. Wie der Polizeibericht vom Mittwoch vermerkt, lief der 25-Jhrige in der Weserstrae mit seinem Freund gegen 15 Uhr hndehaltend an der Gruppe unbekannt gebliebener junger Mnner vorbei. Dann habe die Gruppe den 25-Jhrigen zunchst lautstark in arabischer Sprache beleidigt.

Einer der Tatverdchtigen soll danach versucht haben, den 25-Jhrigen zu schlagen, sei jedoch von seinen Komplizen daran gehindert worden. Als der Mann mit seinem Freund weiterlief, seien weitere homophobe Beleidigungen von den Pblern gefolgt. Der 25-Jhrige erstattete ber die Internetwache der Polizei Berlin Anzeige gegen die drei Unbekannten. Wie bei mutmalichen Hassverbrechen blich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen bernommen.

Anders als in anderen deutschen Stdten werden mgliche homo- oder transfeindliche Hintergrnde von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner fr LGBTI.

Nach krzlich vorgestellten vorlufigen Zahlen wurden von der Berliner Polizei im Bereich der Hasskriminalitt aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identitt in den ersten drei Quartalen diesen Jahres insgesamt 105 Flle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte. Im Vergleichszeitraum waren 2017 139 Flle registriert worden. Die Zahl beinhaltet Nachmeldungen und ist daher nur begrenzt vergleichbar, auch wird von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten ausgegangen. Das berfalltelefon Maneo kommt, auch aufgrund anderer Tatdefinitionen, jhrlich zu deutlich hheren Fallzahlen.

Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neuklln und Tempelhof-Schneberg; wie bereits frhere Untersuchungen zeigten, haben die Tatverdchtigen die unterschiedlichsten Hintergrnde. In der vorlufigen Polizeistatistik haben die meisten ermittelten Verdchtigen eine deutsche Staatsbrgerschaft (2017: 44 von 75, 2018: 33 von 56, jeweils erstes bis drittes Quartal), gefolgt von Personen aus osteuropischen und arabischen Lndern.

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