Planetromeo Escort "Callboy" raubt nackten Kunden aus

Ein 20-Jähriger gab sich als Sexdienstleister aus, um einen ahnungslosen Mann auszurauben. Vor Gericht kommt er für die Tat mit einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden davon.

Das Jugendschffengericht im bayerisch-schwbischen Augsburg hat am Donnerstag einen 20-Jhrigen zu einer Bewhrungsstrafe verurteilt, weil er sich gegenber einem 44-jhrigen Stuttgarter als Callboy ausgab, um ihn gemeinsam mit einem Komplizen auszurauben. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, erhielt der Tter wegen schweren Raubes und schwerer ruberischer Erpressung eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewhrung und schlitterte damit knapp an einem Gefngnisaufenthalt vorbei. Auerdem muss er 80 Sozialstunden ableisten und an einem Rehabilitierungsprojekt des deutsch-trkischen Vereins "Die Brcke" teilnehmen.

Der Angeklagte hatte sich im Frhjahr im Internet als Callboy ausgegeben und ein Treffen mit dem 44-Jhrigen am Maifeiertag 2018 in Augsburg vereinbart. Nach der bergabe des vereinbarten Dienstleistungsentgeltes in Hhe von 150 Euro lie sich der Kunde wie von ihm gewnscht in einem Waldgebiet vom angeblichen Sexarbeiter nackt an einem Baum fesseln. Whrenddessen sprang ein 23-jhrige Mittter aus einem Gebsch und bedrohte das Opfer mit Gewalt und einem Outing. Die beiden Ruber klauten dann 500 Euro aus dem Geldbeutel des Stuttgarters und zwangen ihn, zu einem Geldautomaten zu fahren, um weitere 500 Euro abzuheben und den Ttern zu bergeben.

Haupttter setzte sich in die Trkeiab

Der Stuttgarter alarmierte nach dem berfall sofort die Polizei. Die Beamten konnten anhand der Kontaktanzeige, der Handynummer und der E-Mail-Adresse den Tter schnell ermitteln. Der 20-Jhrige wurde festgenommen und sa einen Monat lang in Untersuchungshaft. Sein Komplize, der als Haupttter angesehen wird, setzte sich in sein Heimatland Trkei ab. Der Mann soll bereits im ostwrttembergischen Heidenheim eine hnliche Tat verbt haben.

Der nach eigenen Angaben heterosexuelle Angeklagte sagte aus, er habe sich von dem Mittter zum berfall berreden lassen. Nach Ansicht der Polizei htte der introvertierte junge Mann die Tat alleine nicht verbt. Grund fr das Verbrechen sei laut dem Angeklagten nicht Homophobie gewesen, sondern das Geld sein Anteil habe 375 Euro betragen. Durch sein umfassendes Gestndnis musste das Opfer nicht vor Gericht aussagen.

Die Region Augsburg war 2016 Tatort eines gegen Homosexuelle verbten Kapitalverbrechens: Ein Mann ermordete damals offenbar aus Habgier ein lesbisches Paar. Das Gerichte verurteilte den Tter schlielich zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellte die besondere Schwere der Schuld fest